Dieses Kapitel beschäftigt sich mit erweiterten Ausgabemöglichkeiten und
wie man mit Circuit-Vars arbeitet.

Bitte die Schaltung DocSamples/Emitterschaltung.circ öffnen.

Statische Analyse:

Indem wir den Button Stat in der ToolBar drücken, führen wir eine statische Analyse (SA) durch.
Die roten Mess-Elemente zeigen nun den entsprechenden Strom und das Potential am Kollektor des
Arbeitspunktes an. Es gibt 3 verschiedene statische Mess-Elemente: Potential-Meter (zeigt
Spannung zwischen dem verbundenen Knoten zur Masse an), Volt-Meter (zeigt Spannung
zwischen den beiden Knoten an) und Ampere-Meter (zeigt Strom durch das Element an).
Während der stat. Analyse werden alle dynamischen Elemente (Kapazität, Induktivität) nur
mit ihren Verlustwiderständen berücksichtigt. Bei Signal-Generatoren wird der Ausgangswert
zum Zeitpunkt 0 angelegt.
Bei der dynamischen Analyse (Dyna) wird immer eine SA vorangesetzt um den Startwert je Knoten
für das Diff-Gleichungs-System zu ermitteln.
Auch für die Klein-Signal-Analyse (LSA) wird Dies gemacht, um bei nichtlinearen Elementen (Transistor)
die erforderlichen Parameter im Arbeitspunkt zu errechnen, die dann für alle Frequenzen gelten.

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit Ergebnisse der stat. Analyse auszugeben. Wenn man Menue:
Analysis/Get Satic Infos ausführt, wird eine SA durchgeführt und in einem aktuell installierten Texteditor
werden alle nur erdenklichen Werte für (fast) jedes Element ausgegeben.
Der Text sieht dann so aus:

Bei der Gelegenheit kann ich ja nun verraten warum viele Elemente einen Punkt an einem Pin haben.
Das ist erforderlich um die Richtung der Spannung bzw. des Stromes für die Ausgabe zu definieren.
Der Punkt steht für das Plus-Zeichen, das beim Scope-Element ja definiert ist. Ein Strom der am
Plus-Pin hereinfließt wird positiv gewertet.

Dynamic Charts:

Es gibt eine elegante Möglichkeit Zeit-Funktionen auszugeben ohne Scope-Elemente zu benutzen.
Dazu öffnet man über Menue: Settings/Edit Element DynChartTable den DynChartTable-Dialog:

Man muß nun nur den gewünschten Parameter für das gewünschte Element mit einem Häkchen
aktivieren, damit ToneCirc die entsprechenden Chart-Fenster nach der Dyna öffnet.
Mit einem Klick der rechten Maustaste auf eine Parameter-Zeile wird der Scope-Dialog geöffnet.
Das ist der selbe Dialog wie beim Scope-Element. Hier stehen die selben Einstellungen zur Verfügung.

Nach Durchlauf der Dyna öffnen dann diese Chart-Fenster:

Ich habe hier die Funktion Kontextmenue: Save to Img-File des Chartfensters benutzt um nur den Inhalt des Fensters
als Bild (PNG-File) zu speichern. Absofort mache ich das immer so.
Desweiteren habe ich bei Current, R4 die Funktion Kontextmenue: ChartAnalysing On ausgeführt um das Kurven-
Parameter-Feld oben rechts einzublenden. Hier sieht man den Mittel-, Max- und Minwert der Kurve im aktuell gezoomten 
X-Bereich. Zur Bestimmung der Pulslänge bzw. Frequenz, wird der Abstand der ersten beiden Durchläufe durch die
Mittelwert-Linie im aktuell gezoomten X-Bereich gemessen.

Zu erwähnen wäre noch das nach dem Deaktivieren eines DynCharts alle Scope-Einstellungen erhalten bleiben.
Man kann also mal schnell die Anzeigen wechseln.

Circuit-Variable:

Ich möchte hier erläutern wie man mit Hilfe einer CircVar z.Bsp. den optimalen Arbeitspunkt der Schaltung
finden kann.
CircVars sind Variable denen eine Zeitfunktion zugewiesen werden kann. Als CircVars werden zu meist Bauelemente-
Parameter deklariert. Wir können so z.Bsp. den Widerstandswert von R2 linear hochlaufen lassen. Der Name einer
CircVar wird aus der Token-Referenz und dem Parameter-Name gebildet mit einem Punkt dazwischen  (hier R2.R).
Das Ganze nennt man TokenRefParameter.
Führen wir also  Menue: Settings/Edit CircuitVars aus. Folgender Dialog erscheint:

Nach dem Drücken der Add-Taste wird eine neue Zeile eingefügt.
Bei Symbol trägt man das TokenRefParameter-Symbol, bei Unit die Einheit des Elemente-Parameters ein.
Standartmäßig wird bei Function Const eingetragen und man kann bei Const den Wert direkt eingeben.
In der Regel möchte man aber eine Zeitfunktion zuweisen. Man klickt also mit der rechten Maustaste die
Zeile an und der Zeitfunktions-Dialog (wie beim Signal-Generator) öffnet sich. Für das lineare Durchlaufen
eines Wertes wählt man logischerweise die Ramp-Funktion aus. Über das Häkchen kann man die Variable
aktivieren/deaktivieren, mittels Delete komplett löschen.
Es gibt noch eine elegantere Möglichkeit eine CircVar zu erzeugen. Einfach mit der rechten Maustaste auf das Element
den Parameter-Dialog aufrufen, dann mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Parameter klicken, und es
öffnet sich der oben beschriebene Dialog. Zusammen mit dem Zeitfunktions-Dialog sieht das dann so aus:

Symbol und Unit werden nun automatisch erstellt, die Zeitfunktion muß man natürlich noch festlegen.
Wir wählen eine Rampe, die von 1 kOhm bis 100 kOhm läuft.

Um die Sache auch richtig anzuzeigen, öffnen wir noch den Scope-Dialog des Chart-Fensters von Current R4
und wählen bei XAxis R2.R

Nach Dyna sieht das Ergebniss dann so aus:

Ups, was ist denn hier los !!! Ja, das liegt an den Kapazitäten, die sich erst umladen müssen. Durch die
Strom-Gegenkopplung des Emitter-Kondensators kommt es wahrscheinlich zu diesen Auf und Abs.
Entweder man läßt die Rampe viel langsamer hochlaufen oder man schiebt die Kondensatoren einfach
heraus (beide Pins müssen in der Luft hängen). Damit daraufhin keine einzelnen Pins anderer Elemente
in der Luft hängen, müssen noch Sig1 und R5 herausgeschoben werden. Das geht aber rucki-zucki und
das Ergebniss sieht nach Dyna jetzt so aus:

Man sieht, daß man für einen Kollektor-Strom von 4mA für R2 einen Wert von 45kOhm wählen muß.

Mittels der Circuit-Varaiablen kann man noch vielmehr machen. Z.Bsp. könnte man die Temperatur (T1.temp)
langsam erhöhen oder man könnte eine Induktivität pulsartig verändern, um ein vorbei gleitendes Stück
Eisen zu simulieren.

Externe Elemente einfügen

Sicherlich ist euch aufgefallen, dass der verwendete Sinus-Generator (Sig1) nicht in der ToolBar für interne
Elemente zu finden ist. Es handelt sich nämlich um ein gesriptetes externes Element. Um solch Eines
einzufügen, drückt man den ToolBar-Button ext und der AddExtElement-Dialog öffnet sich:

Also einfach auswählen und die Add-Taste drücken.

Man kann aber auch Symbole von externen Elementen in selbst definierte ToolBars einklinken.
Dazu öffnet man mittels Menue: Tools/Manage ToolBars den ToolBarManager-Dialog:

Mittels Add a ToolBar wird rechts eine neue leere ToolBar eingefügt, eine Beschreibung muß
noch eingegeben werden. Mit der linken Maustaste zieht man dann die gewünschten Elemente
rechts herüber in die gewünschte ToolBar. Auch können ToolBars als auch einzelne Buttons
aktiviert/deaktiviert werden.
Die Positionen dieser Extern-Elemente-ToolBars werden beim Schließen von ToneCirc
gespeichert, nur bei Änderungen in ToolBar and Buttons müssen Sie neu positioniert werden.

So, das wars erst einmal.
Wer etwas üben möchte kann ja mal folgendes machen:

- den Transistor löschen
- als Ersatz den externen Transistor transistors.bipo_npn_full.selfdef einfügen
- dann einen LSA-Analyser einfügen und mit Eingang und Ausgang verbinden
- Einstellungen des LSA-Analysers so ändern das nur die Voltage-Transfer-Funktion dargestellt wird (x logarithmisch),
  Rq=1kOhm, RL sehr groß machen, da wir schon einen Lastwiderstand am Ausgang der Schaltung haben
- den Sinus-Generator heraus ziehen (der stört durch seinen Innenwiderstand)
- eine Low-Signal-Analyse durchführen

Mit dem internen Transistor macht eine LSA wenig Sinn, da bei allen internen Transistoren/Diode keine parasitären
Kapazitäten modelliert sind.

Wen es schon mal interessiert, kann sich ja mal die Scripte für den SinusGenerator und den FullTransistor anschauen.

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